Reutlingen,

Pflege geht auch anders

Leserbrief aus dem Reutlinger Generalanzeiger

Da in der Presse überwiegend über negative Vorkommnisse in der Pflege berichtet wird, möchte ich heute über erfreuliche Erlebnisse zu berichten. Noch ganz frisch sind die Eindrücke die wir als Familie erleben durften. In würdevoller Begleitung durch Heimleitung und Pflegepersonal durfte meine Schwiegermutter auf die andere Seite des Lebens – in den Tod gehen.

Meine Schwiegermutter war seit 2 Jahren im Pflegeheim untergebracht. Die Entscheidung zu diesem Schritt fiel uns allen nicht leicht. Nach einem Schlaganfall auf einen Rollstuhl angewiesen, war uns eine adäquate Betreuung zu Hause auch mit Unterstützung eines Pflegedienstes nicht mehr möglich.

Wir fanden nach einer Odyssee einen Platz in Orschel-Hagen im Seniorenzentrum Gertrud Luckner.

In diesen zwei Jahren erlebten wir viele wirklich sehr schöne und für uns sehr wertvolle Momente. Meine Schwiegermutter lebte sich schnell ein, was ihr durch die wertschätzende, aufrichtige und professionelle Pflege und Betreuung durch die Pflegekräfte und der Heimleitung leicht gemacht wurde. Es ist keine schicke mit allem Schnick Schnack ausgerüstete Senioren-Residenz, sondern ein Zuhause für Menschen, die aus ihrer gewohnten Umgebung hier ihren Lebensabend verbringen dürfen oder müssen. Gelebte Nächstenliebe und Wertschätzung den alten Menschen gegenüber haben es uns allen leicht gemacht, die neue Lebenssituation anzunehmen. Menschlichkeit ist vielleicht das richtige Wort. Es scheint tatsächlich möglich zu sein, eine für alle Beteiligten wie Personal, Bewohner und Angehörige gute Atmosphäre zu schaffen.

Mit sehr viel Dankbarkeit und Respekt schauen wir auf die letzten Wochen. Nach einem Krankenhausaufenthalt war absehbar, dass es dem Ende zuging. Wir wollten dass sie unbedingt in ihrer gewohnten Umgebung diesen Weg in Kreise der Familie gehen kann. Es ist für uns immer noch überwältigend mit welcher Liebe und Fürsorge meine Schwiegermutter aufgenommen wurde. Die Familie war täglich bei ihr und so konnten wir alle Abschied nehmen. Die Zeit war nicht leicht für alle Beteiligten, was uns allen sehr geholfen hat, war die Gewissheit, dass es ihr hier gut ging. Die professionelle tägliche Pflege und einfühlsame, herzliche Betreuung erfüllt uns alle mit großer Hochachtung vor der Leistung des Pflegepersonals. Ob es die Schwestern waren,  die sprichwörtlich bis zum letzten Atemzug bei ihr waren und uns den Angehörigen beistanden, oder alle Beteiligten einschließlich der Heimleitung. Die neue Situation wurde in den täglichen oft aufreibenden Tagesablauf integriert. In keiner einzigen Sekunde hatten wir das Gefühl, allein gelassen zu sein. Pietätvoll wurden wir begleitet, wo es Beistand bedurfte, war immer jemand da. War es offensichtlich, dass wir allein sein wollten, wurde das ohne Worte wahrgenommen und respektiert. Meine Schwiegermutter ist im Kreise ihrer Lieben und mit den fürsorglichen Schwestern an ihrer Seite friedvoll eingeschlafen.

Unser Dank gilt allen Menschen, die in Menschen investieren, ob in der Pflege oder anderweitig. Ganz besonders allen Mitarbeitern des Seniorenzentrums Gertrud Luckner Abteilung 2.

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